Etwa jedes fünfte Kind leidet unter einem Ekzem. Lästig ist vor allem der Juckreiz. Auch Erwachsene können davon betroffen sein. Wie entsteht ein Ekzem eigentlich? Und was kannst du dagegen tun? Eine gute Hautpflege lindert oft schon die Symptome. Erfahre hier mehr dazu.
Dr Leenarts über Ekzeme
Was ist ein Ekzem?
- Du leidest unter trockenen, roten, schuppigen Hautflecken, manchmal mit Beulen und Bläschen.
- Die meisten Kinder leiden unter atopischen Ekzemen, doch es gibt noch viele andere Formen.
- Das atopische Ekzem ist genetisch: So wie man mit braunen Augen geboren wird, wird man auch mit einer Veranlagung dazu geboren.
- Bei Kindern kann es im Laufe der Zeit verschwinden.
- Bei vielen Menschen mit Ekzemen ist die natürliche Lipidbarriere der Haut gestört, was zu trockener Haut führt.
- Eine gute Pflege für trockene Haut ist ein Muss, in der Regel erfordern schwere Ekzeme eine medikamentöse bzw. eine Behandlung mit Hormonsalben.
Tipps für Ekzeme
- Ein schäumendes, parfümiertes Bad ist bei einem Ekzem nicht zu empfehlen. Verwende stattdessen ein seifenfreies, ölhaltiges Badeprodukt.
- Wähle neutrale, pflegende Cremes und Salben ohne Parfüm und Alkohol. Zum Beispiel meine Tages- & Nachtcreme.
- Nimmst du ein Bad? Verwende dann ein Badeöl, das sich mit dem Badewasser vermischt. Wenn du aus dem Bad steigst, hinterlässt das Öl einen pflegenden Film auf deiner Haut. Tupfe die Haut nach dem Baden oder Duschen sanft trocken und trage anschließend eine fetthaltige Salbe oder ein Hautöl auf.
- Verwende keine Seife beim Duschen. Seife löst zwar den Schmutz aber auch die eigenen Hautfette. Wähle stattdessen eine milde, seifenfreie Duschcreme.
- Zwei- bis dreimal pro Woche zu baden oder zu duschen ist für Kinder mehr als ausreichend. Die Empfehlung, Kinder täglich zu baden, ist eigentlich längst überholt. Erfahre mehr in meiner Untersuchung zum elterlichen Waschverhalten.
- Wenn dein Kind am Schwimmunterricht teilnimmt, solltest du seiner Haut besondere Aufmerksamkeit schenken. Creme es beispielsweise zuvor mit einer fetthaltigen Salbe ein, verwende beim Duschen kein schäumendes, seifiges Duschgel und tupfe die Haut des Kindes trocken, anstatt sie mit einem Handtuch abzureiben. Pflege die Haut danach sofort wieder mit einer fetthaltigen Salbe. Und nach dem Schwimmen ist es völlig in Ordnung, wenn dein Kind aufs Duschen verzichtet.
„Eine gute Hautpflege ist bei Ekzemen enorm wichtig.“
Marjolein Leenarts, Dermatologin
Häufige Fragen zu Ekzemen
Ein atopisches Ekzem entwickelt sich häufig im Alter von drei bis sechs Monaten: genau zu dem Zeitpunkt, an dem viele Mütter mit dem Stillen aufhören und auf eine andere Ernährung umstellen. Daher wird schnell ein Zusammenhang zwischen Ekzemen und der Ernährung hergestellt.
Es bleibt jedoch die Ausnahme, dass eine Nahrungsmittelallergie die Ursache für Ekzeme ist. Bei Säuglingen, die vollständig mit Ekzemen bedeckt sind, kann eine Kuhmilchallergie vorliegen, aber in der Regel treten dann auch andere (Darm-)Symptome auf. Hast du einen solchen Verdacht? Sprich dann mit dem Kinderarzt oder einer Beratungsstelle darüber.
Bei Kindern mit atopischem Ekzem ist die Wahrscheinlichkeit von Nahrungsmittelallergien jedoch etwas höher als bei anderen Kindern. Dies äußert sich in der Regel durch rote Flecken, Nesselsucht oder geschwollene Lippen, die in der Regel innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr des betreffenden Nahrungsmittels auftreten.
Wenn man die roten, schuppigen Stellen mit einer öligen Salbe einreibt, verschwindet das Weiße der Schuppen und die Haut erscheint für einen Moment röter. Reibung kann auch die Durchblutung erhöhen, so dass die Haut eine Zeit lang geröteter aussieht. Es handelt sich also in der Regel nicht um eine allergische Reaktion. Vermutest du dennoch, dass es sich um eine allergische Reaktion handelt? Mache dann einen Test zu Hause (ROAT), indem du die Salbe an einer anderen Stelle aufträgst, an der sich kein Ekzem findet
Die richtige Anwendung von Hormonsalben ist nicht ganz einfach, denn wie weiß man, ob man genug aufträgt? Eine Möglichkeit ist die Methode der Fingerspitzeneinheit. Bei dieser Methode wird die Menge der aufzutragenden Salbe durch die Menge der Salbe bestimmt, die auf die Spitze deines Zeigefingers passt. Diese Menge entspricht etwa 0,5 Gramm.
Nein, diese Hauterkrankung ist absolut nicht ansteckend.
Nein. Allerdings kann die Rötung des Gesichts durch den Alkohol etwas zunehmen, so dass ein eventuell vorhandenes Ekzem noch röter erscheint.
Wenn du über Nacht ein Ekzem bekommst, könnte es sich um ein Kontaktekzem handeln. Man kann in jedem Alter plötzlich an Ekzemen erkranken, ohne dass eine allergische Ursache zugrunde liegt. Es kann auch sinnvoll sein herauszufinden, gegen welches Produkt du allergisch bist. Das kannst du zu Hause selbst testen.


