Deine Haut im Winter: Meine Hautpflege-Tipps

Deine Haut im Winter: Meine Hautpflege-Tipps
Marjolein Leenarts
Marjolein Leenarts, Dermatologin

Eine schneebedeckte Landschaft, beschlagene Fenster, heißer Kakao…. Siehst du das Bild vor dir? Ein herrlicher, kalter Winter. Aber Schuppen auf der Haut und Juckreiz, das willst du natürlich nicht. Deine Haut leidet in dieser Jahreszeit und verdient besondere Aufmerksamkeit. Deshalb teile ich hier ein paar Tipps für die richtige Hautpflege im Winter!

Trockene Haut im Winter

Im Winter kann es sein, dass sich deine Haut trockener anfühlt. Sie kann jucken, schuppig sein oder sogar fleckig aussehen. Zurückzuführen ist dies auf eine geringe Luftfeuchtigkeit und eine heruntergefahrene Talgproduktion der Haut. Talg besteht hauptsächlich aus Fett, das der Haut dabei hilft, Feuchtigkeit zu speichern und geschmeidig zu bleiben. Wenn die Haut weniger Talg produziert, kann die hauteigene Feuchtigkeit leichter verdunsten. Vielen machen dann trockene Hände, gerissene Lippen und schuppende Gesichtshaut zu schaffen. So sieht die “typische Winterhaut” aus.

Dieses Wetter kann auch dazu beitragen, dass sich bestimmte Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Rosazea verschlimmern.

Tipps zur Hautpflege im Winter

In den Wintermonaten solltest du deiner Hautpflege also etwas mehr Aufmerksamkeit schenken, um trockene, rissige Haut zu vermeiden.

Körper

Nicht zu lange und nicht zu heiß duschen! Wasser trocknet die Haut stark aus. Verwende beim Baden vorzugsweise ein neutrales Badeöl, das einen pflegenden, fetthaltigen Film auf der Haut hinterlässt, und so dem Verdunsten der hauteigenen Feuchtigkeit vorbeugt. Unter der Dusche solltest du deine Haut mit einer milden, feuchtigkeitsspendenden Duschpflege verwöhnen. Trage außerdem deine Körpercreme öfter als gewohnt auf und verwende gegebenenfalls eine fetthaltigere Creme. Beispielsweise meine Urea Bodylotion mit 5 % Harnstoff. Für die besonders trockenen Hautstellen kannst du meine Pflegesalbe für trockene Haut verwenden.

Hände
Deine Hände sind besonders empfindlich gegen Kälte. Sie können rot und rau werden, und es können sich schmerzhafte Risse bilden. Dies sind Anzeichen für ein Handekzem. Achte darauf, dass du deine Hände im Freien richtig schützt – trage Handschuhe. Wasche deine Hände nicht zu oft, verwende bei Bedarf Handalkohol und creme deine Hände regelmäßig mit einer fetthaltigen Handcreme ein – zumindest immer dann, wenn du mit Wasser in Berührung gekommen bist.

Lippen
Die Haut der Lippen enthält weniger Talgdrüsen. Das macht die Lippen besonders anfällig gegenüber Kälte und Trockenheit. Bei trockenen Lippen neigt man dazu, die Lippen mit Speichel zu befeuchten, doch gerade das sollte man nicht tun! Creme deine Lippen regelmäßig mit einem fetthaltigen Lippenbalsam ein.

Sonnenschutz
Oft wird angenommen, dass Sonnenschutz im Winter nicht notwendig ist, weil die Sonne nicht scheint. Bedenke jedoch, dass die UVA-Strahlung das ganze Jahr über vorhanden ist. Die UVA-Strahlung wird von den Wolken kaum gefiltert und durchdringt Fenster und Kleidung. Schütze dich also auch in den Wintermonaten mit einer Sonnencreme.

Extremer Frost

Wenn du bei Frost nach draußen gehst – zum Schlittschuhlaufen, Skifahren im Wintersport oder einfach mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst – achte darauf, dass deine Haut nicht erfriert. Erfrierungen können an allen Körperstellen auftreten, aber Finger, Zehen, Nase, Ohren, Wangen und Kinn sind besonders gefährdet. Es ist daher sehr wichtig, bei solchen Wetterbedingungen die richtige Kleidung zu tragen. Handschuhe und geeignetes Schuhwerk sind selbstverständlich, aber bei extremer Kälte solltest du auch versuchen, dein Gesicht mit einer (Biwak-)Mütze, einer Schutzbrille und einem Schal zu bedecken.

Ich werde gelegentlich gefragt, ob es hilft, die Haut bei solch extremen Wetterbedingungen mit einer dicken Schicht Vaseline zu schützen. Untersuchungen zeigten, dass Vaseline bei extremer Kälte die Haut in den ersten 20 Minuten etwas wärmer zu halten scheint(*). Andere Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Verwendung von Vaseline ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt(*). Vaseline sorgt dafür, dass man die Kälte scheinbar weniger spürt, aber in Wirklichkeit erhöht sie das Risiko, dass die Haut erfriert, vor allem, weil man glaubt, geschützt zu sein, und den richtigen Schutz der Haut deshalb vernachlässigt.

Kurzum, bei extremer Kälte ist es ratsam, die Haut – einschließlich des Gesichts – mit geeigneter Kleidung zu bedecken. Natürlich tut es gut, die Haut nach einem Tag in extremer Kälte durch das Auftragen einer fetthaltigen Salbe zu hydratisieren. Nutze dazu zum Beispiel meine Pflegesalbe für trockene Haut.

(*) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12828742

(*) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10998829