Hauterfrierungen

Hauterfrierungen
Marjolein Leenarts
Marjolein Leenarts, Dermatologin

Wenn die Temperatur im Winter weit unter den Gefrierpunkt sinkt und du ein Kribbeln in den Fingern, ein Taubheitsgefühl in der Haut oder eine weiß werdende Nasenspitze bemerkst, dann solltest du aufpassen! Dies sind nämlich ernste Erfrierungssymptome. Erfrorene Haut kann schwerwiegende Folgen haben. Woran erkennt man die ersten Anzeichen von Hauterfrierungen? Und wie kann man sie verhindern? Ich gebe dir ein paar Erklärungen und Tipps hierzu.

Hauterfrierungen

Wenn du über längere Zeit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt bist, kann dies zu Erfrierungen der Haut und des darunter liegenden Gewebes führen. Durch die Erfrierung wird die Blutzufuhr zu den Geweben unterbrochen und die Zellen können geschädigt werden. Im Grunde genommen kann jeder Teil des Körpers davon betroffen werden. Am meisten gefährdet sind jedoch Finger, Zehen, Nase, Ohren, Wangen und Kinn. 

Erfrierungssymptome

Hauterfrierungen verlaufen in mehreren Phasen. Es beginnt mit einem kribbelnden und/oder leicht tauben Gefühl der Haut, die bei Erwärmung schmerzt und juckt. Hält die Kälteeinwirkung jedoch an, wird die Haut weiß oder blass und kann taub werden. 

Nach Erwärmung der Haut können sich große Blasen bilden. Bei den schweren Formen einer Erfrierung sind alle Hautschichten betroffen. Die Haut verfärbt sich weiß oder bläulich-grau, und du hast keinerlei Gefühl mehr. Es bilden sich große Blasen innerhalb von 24-48 Stunden nachdem die Haut erwärmt wurde. Schließlich können Erfrierungen so schwerwiegend sein, dass nicht nur die Haut, sondern auch Muskeln, Sehnen und Knochen erfroren sind.

Je nach Schwere der Erfrierungen kann sich das Gewebe der Haut unter Umständen erholen. Bei sehr tiefen Gewebeschäden durch eine Erfrierung ist keine Heilung mehr möglich. Dann ist die Amputation des Körperteils unumgänglich.

Behandlung erfrorener Haut

Wenn du Erfrierungssymptome erkennst, begebe dich so schnell wie möglich ins Warme. Das Auftauen der erfrorenen Haut sollte schrittweise erfolgen. Verwende lauwarmes Wasser oder einen warmen Waschlappen. Nicht reiben und direkten Kontakt mit heißem Wasser vermeiden. Achte darauf, dass du dich in einer Umgebung aufwärmst, in der die Haut nicht erneut erfrieren kann. Eine erneute Erfrierung nach dem Auftauen verursacht sogar noch größeren Schaden!

Kehrt das Gefühl nicht in deinen Körper zurück? Wird deine Haut grau, schmerzt sie, schwillt sie an, rötet sie sich oder bekommst du Fieber? Wenn ja, suche sofort einen Arzt auf.

Tipps zur Vorbeugung von Frostbeulen

Es versteht sich von selbst, dass du immer versuchen solltest, eine Erfrierung der Haut zu vermeiden. Ich gebe dir ein paar Tipps, damit du sicher und warm bleibst: 

  • Begrenze die Zeit, die du draußen bei kaltem, windigem und nassem Wetter mit Temperaturen weit unter Null verbringst. 
  • Achte darauf, dass du bei extrem kaltem Wetter angemessene Kleidung trägst. Trage mehrere Schichten warmer Kleidung, wobei die äußerste Schicht wind- und wasserdicht sein sollte. Achte darauf, dass die Kleidung nicht drückt. Schütze deine Ohren und dein Gesicht mit einer (Biwak-)Mütze und einer Schutzbrille. Trage Handschuhe (oder noch besser: Fäustlinge), eine doppelte Schicht Socken und achte darauf, dass auch deine Knöchel vor der Kälte geschützt sind.
  • Achte genau darauf, ob du Anzeichen von Erfrierungen erkennst. Erste Anzeichen für Erfrierungen sind gerötete oder blasse Haut, ein Kribbeln oder ein taubes Gefühl.
  • Das Aufwärmen der erfrorenen Zehen oder Hände muss langsam erfolgen. Verwende lauwarmes Wasser oder einen warmen Waschlappen.
  • Bleibe in Bewegung.
  • Iss und trinke ausreichend. 

Wusstest du, dass… 

  • in bestimmten Fällen ein erhöhtes Risiko von Erfrierungen besteht? Bei Dehydratation, übermäßigem Schwitzen, Diabetes oder Erschöpfung spürt man die Kälte weniger oder reagiert weniger gut darauf. Auch für Kinder und ältere Menschen kann es schwieriger sein, ihre Körpertemperatur zu halten. 
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