Durch eine Strahlentherapie kann die Haut sehr empfindlich werden. Wie pflegt man die Haut nach einer Strahlentherapie? Darf man die bestrahlte Haut überhaupt pflegen? Und was ist mit der Sonne?
Die Strahlentherapie ist eine Behandlung, bei der die Krebszellen gezielt bestrahlt werden. Anders als bei der Chemotherapie, bei der Medikamente eingesetzt werden und Symptome auf der ganzen Haut auftreten können, sind die Symptome bei der Strahlentherapie hauptsächlich lokal begrenzt: nur an der bestrahlten Stelle.
Die Haut nach der Strahlentherapie
Wie bei der Chemotherapie wird die Haut auch durch eine Strahlentherapie oft stark belastet. An der Stelle der Bestrahlung wird die Haut empfindlich. Die Symptome beginnen oft innerhalb weniger Tage nach der Strahlentherapie und halten noch ein bis zwei Wochen an.
Leichte Symptome sind Hautausschlag, Trockenheit, leichte Rötungen und Schuppenbildung. In schwereren Fällen kann es auch zu Wunden und Schwellungen der Haut kommen.
Wie stark deine Haut durch die Strahlung beeinträchtigt wird, hängt unter anderem von der Strahlendosis, dem Bereich deines Körpers und der Fläche der bestrahlten Haut ab.
Bestrahlte Haut pflegen
Es gibt keine Produkte, die die Nebenwirkungen der Strahlentherapie vermeiden, aber es gibt Produkte, die die Symptome lindern. Verwende vor und nach der Strahlentherapie milde Hautpflegeprodukte, die keine reizenden Inhaltsstoffe wie Parfüm oder Alkohol enthalten. Es ist gut, wenn diese Produkte feuchtigkeitswahrende Inhaltsstoffe enthalten, die zur Wiederherstellung der Hautbarriere beitragen.
Du kannst wie gewohnt täglich eine Creme auftragen, aber nur dort, wo die Haut intakt ist (d. h. nicht auf eine Wunde auftragen).
Die American Academy of Dermatology, die US-Organisation der Dermatologen, bietet weitere Ratschläge für die Pflege bestrahlter Haut. Zum Beispiel zum Waschen der Haut: Es ist gut, die Haut jeden Tag mit warmem Wasser zu waschen, aber gehe dabei sanft und behutsam vor. Also kein Abreiben, keine Waschlappen, keine Peelings und keine Rasur. Wenn du ein Hautreinigungsprodukt verwendest, wähle ein pH-neutrales Erzeugnis.
Nach der Bestrahlung in die Sonne?
Es ist schön, draußen zu sein. Aber was macht man, wenn die Sonne stark scheint? Darf man nach einer Strahlentherapie in die Sonne? Leider ist die UV-Strahlung nicht gut für die bestrahlte Haut. Halte dich daher so weit wie möglich von der Sonne fern und halte dich im Schatten auf. Wenn dies nicht sofort machbar ist, bedecke die behandelte Haut mit UV-beständiger Kleidung oder einer Kopfbedeckung. Und auf jeden Fall gilt: Trage ein Sonnenschutzmittel auf.
Das Sonnenschutzmittel, das du auf die bestrahlte Haut aufträgst, sollte mindestens den Faktor 30 haben und möglichst frei von reizenden Inhaltsstoffen sein.
Gesunde, nicht betroffene Haut ist nicht unbedingt besonders sonnenempfindlich, aber natürlich ist es trotzdem wichtig, auch diese Haut vor den UV-Strahlen zu schützen.
Neben der Sonne sind auch Hitze und Kälte nicht gut für die Haut. Daher sollten extreme Temperaturschwankungen vermieden werden. Du solltest es vermeiden, die Haut nach einer Strahlentherapie zu erwärmen oder zu kühlen.
Meine Tipps
- Sei besonders freundlich zu deiner Haut: Verwende parfümfreie Hautpflegeprodukte. Parfüm ist der Allergieauslöser Nummer eins, und dem solltest du jetzt aus dem Wege gehen.
- Trage locker sitzende Kleidung, damit die behandelte Stelle auf der Haut nicht zusätzlich durch die Reibung gereizt wird.
- Produkte, die du zur Reinigung deiner Haut verwenden kannst, sind die von mir entwickelte Duschpflege oder der Gesichtsreiniger. Beide Produkte sind mild und pH-neutral, sie eignen sich bestens für empfindliche Haut.
- Eine Creme, die du nach einer Strahlentherapie auftragen kannst, ist beispielsweise die Dr. Leenarts Urea Bodylotion. Diese Fettcreme habe ich speziell für trockene Haut entwickelt. Die Creme enthält hauteigene Lipide, Glyzerin, Sheabutter und Harnstoff – allesamt Inhaltsstoffe, die die Feuchtigkeit in der Haut halten und helfen, die Hautbarriere wiederherzustellen. Irritierende Inhaltsstoffe oder bekannte Allergene wirst du darin natürlich nicht finden.
- Wenn du dich nach einer Strahlentherapie in der Sonne aufhältst, ist es besonders wichtig, ein Sonnenschutzmittel aufzutragen.
- Wenn du nach einer Strahlentherapie Beschwerden oder Fragen zu deiner Haut hast, sollten du nicht zögern, diese mit deinem Arzt oder einem Dermatologen zu besprechen.