Fast jeder Mensch trägt Narben auf seiner Haut. Große oder kleine, sichtbare oder (fast) unsichtbare, rote oder weiße. Sie stören uns vor allem aus ästhetischen Gründen. Aber gelegentlich kann eine Narbe auch Beschwerden mit sich bringen: Juckreiz, Schmerzen, Verdickungen oder sogar Infektionen. Wie kommt es zu diesen Beschwerden? Und wie pflegt man eine Narbe? Hierzu berate ich dich gerne!
Dr Leenarts über Narben
Was ist eine Narbe?
- Narben entstehen nach Verletzungen der Haut, in Folge einer Hautkrankheit oder einer Operation.
- Je länger die Wundheilung dauert, desto sichtbarer ist die Narbe.
- Es gibt verschiedene Arten von Narben: atrophische, hypertrophe, keloide und Aknenarben.
- Es kann ein bis eineinhalb Jahre dauern, bis der Heilungsprozess und somit die Narbenbildung abgeschlossen ist.
- Massagen können den Heilungsprozess unterstützen.
Tipps bei Narben
- Massiere die Narbe regelmäßig ein, um sie geschmeidig zu halten.
- Schütze deine Narbe vor der Sonne (wie den Rest deiner Haut) mit einem Sonnenschutzmittel (mindestens LSF 30).
- Lasse dich nicht durch teure Narbencremes in Versuchung führen. Es gibt keine Wundermittel gegen Narben.
- Akzeptiere, dass du eine Narbe hast. Sie kann glatter, flacher und heller werden, aber sie wird nie ganz verschwinden.
- Warte auf jeden Fall ein Jahr, um zu sehen, wie sich die Narbe entwickelt. Wenn du sie dann noch als ästhetisch störend empfindest, besprich die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit deinem Hausarzt.
„Bei der Narbenbildung gilt: Je länger der Wundheilungsprozess dauert, desto sichtbarer ist die Narbe. Also lass die Haut in Ruhe heilen und kratze nicht am Schorf.“
Marjolein Leenarts, Dermatologin
Häufige Fragen zu Narben
Cremes können Narben nicht verschwinden lassen. Einige Behandlungen können sie allerdings weniger sichtbar oder weniger empfindlich machen.
Keine spezielle Narbencreme wirkt nachweislich, auch nicht Vitamin-E-Cremes. Das Anschaffen teurer Cremes kann man sich daher sparen. Eincremen an sich ist gut und wichtig, aber das kann man auch mit einer Körpercreme machen, die man sowieso im Haus hat.
Du kannst ein einfaches Hautöl verwenden, ein spezielles Massageöl brauchst du dafür nicht.
Es kann sein, dass eine Narbe aufgrund der Zugkräfte der Haut, z. B. an einem Gelenk, hypertroph wird. Wenn dies der Fall ist, rate ich dir, deinen Hausarzt aufzusuchen, der dir gern weiterhelfen wird.
In der Regel ist dies nach 12 bis 18 Monaten der Fall, es kann aber auch zwei Jahre dauern.
Bei der Narbenbildung gilt: Je länger der Wundheilungsprozess dauert, desto sichtbarer ist die Narbe. Wenn du eine Verletzung hast, gib der Haut die Möglichkeit, so gut wie möglich zu verheilen: Sorge für eine gute Wundheilung und kratze nicht am Schorf.
Dies kann variieren. Eine Narbe wird in den ersten sechs Monaten oft röter, dicker und wuchert (d. h. sie wird nicht wirklich schöner), danach erst stellt sich Besserung ein. Bei größeren Verletzungen kann es ein bis eineinhalb Jahre dauern, bis der Wundheilungsprozess abgeschlossen ist und sich die Narbe stabilisiert hat.
Dies ist eine chirurgische Narbe: Die Haut wurde geöffnet und wieder vernäht. Eine Narbe nach einem Kaiserschnitt ist daher oft rot oder violett und kann jucken. Tägliches Massieren der Narbe mit einem Hautöl oder einer Creme ist das Einzige, was du dagegen tun kannst. Nach einem bis eineinhalb Jahren erhält eine Kaiserschnittnarbe ihr endgültiges Aussehen.





