Narben

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Narben
Marjolein Leenarts
Marjolein Leenarts, Dermatologin

Fast jeder hat oder bekommt sie im Laufe seines Lebens einmal: Narben. Groß oder klein, sichtbar oder (fast) unsichtbar, rot oder weiß. Sie stören uns vor allem aus kosmetischen Gründen. Aber gelegentlich kann eine Narbe auch eine ganze Reihe von Beschwerden mit sich bringen: Juckreiz, Schmerzen, Verdickungen oder sogar Infektionen. Was genau passiert dabei? Und wie pflegt man eine Narbe? Gerne gebe ich dir Tipps!

Dr Leenarts über Narben

Was ist eine Narbe?

  • Narben sind das Ergebnis einer Verletzung der Haut, einer Hautkrankheit oder einer Operation.
  • Je länger die Wundheilung dauert, desto sichtbarer ist die Narbe.
  • Es gibt verschiedene Arten von Narben: atrophische, hypertrophe, keloide und Aknenarben.
  • Es kann sicher ein bis eineinhalb Jahre dauern, bis eine Narbe ‚ausgereift’ ist und das endgültige Stadium erreicht.
  • Massagen können dazu beitragen, dass eine Narbe besser verheilt.

Verlauf und Beschwerden

Am Anfang jeder Narbe steht eine Verletzung der Haut. Sofern die Wunde nicht sehr oberflächlich ist, bleibt nach der Heilung in der Regel eine sichtbare Narbe zurück. Während der Wundheilung durchläuft die Haut eine Reihe von Phasen. Was viele nicht wissen, ist, dass eine Narbe in den ersten sechs Monaten oft röter und dicker wird und wuchert (d. h. sie wird nicht wirklich schöner), erst danach stellt sich die Besserung ein.

Eine ‚normale’ Narbe verursacht keine medizinischen Beschwerden. Treten diese jedoch auf, spricht man von einer ‚anormalen’ Narbe. Die Bildung anormaler Narben ist in der Regel auf Faktoren wie das Alter (je jünger du bist, desto schneller heilt die Wunde, und je älter, desto langsamer heilt sie), Erbkrankheiten, Hautfarbe, die betroffene Stelle des Körpers und eventuelle sonstige Infektionen während der Wundheilung zurückzuführen.

Arten von Narben

Es gibt verschiedene Arten von Narben: atrophische, hypertrophe, keloide und Aknenarben.

Chirurgische Narben

Sie sind die Folge eines chirurgischen Eingriffs, bei dem die Haut eine Zeit lang offen lag und dann wieder vernäht wurde. Zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt. Diese Art der Narbenbildung entspricht Narben, die durch ein Trauma oder eine Verletzung verursacht wurden. Befinden sie sich an einer Stelle, an der viele Zugkräfte wirken, wie z. B. an einem Gelenk, kann hier eine hypertrophe Narbe entstehen. Der Bereich zwischen Brust und Hals, ist ebenfalls sehr anfällig für die Entstehung hypertropher Narben.

Hypertrophe Narben

Eine hypertrophe (lateinisch für ‚verdickt’) Narbe ist eine dicke und spröde Narbe. Gelegentlich ist die Narbe rot/violett gefärbt, es gibt Pigmentverschiebungen um die Narbe herum und die Haut an dieser Stelle ist empfindlicher und juckt.

Keloide

Dies sieht ein bisschen aus wie hypertrophe Narben, doch dabei wächst die Haut über die ursprünglichen Wundränder hinaus. Sie tritt meist bei dunkleren Hauttypen auf oder ist auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen. Um diese Narben zu behandeln, musst du einen Arzt aufsuchen.

Atrophische Narben

Bei dieser Form sind die Narben etwas eingesunken und die Haut ist dünner. Dies ist vor allem bei Narben nach Akne oder Windpocken der Fall. Nach diesen Erkrankungen kann sich die Haut in der Regel gut erholen, doch gelegentlich bleiben Narben zurück. Dies verschlimmert sich im Allgemeinen, wenn die Wunden stark entzündet sind und aufgekratzt wurden.

Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis die so genannten Grübchen in der Haut verschwinden, gelegentlich verschwinden sie leider auch nicht ganz.

Behandlung von Narben

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass Massagen die Narbenbildung wirksam verbessern können. Das Massieren einer Narbe mindert Schmerzen und Verdickungen, so dass das Narbengewebe geschmeidiger wird. Zum Massieren brauchst du keine teure Creme. Du kannst ein einfaches Öl für die Massage verwenden. Es kommt nicht darauf an, was man aufträgt, sondern dass man etwas aufträgt.

Schutz der Narbe vor Sonneneinstrahlung

Wenn sich deine Narbe auf einer unbedeckten Hautstelle befindet und somit dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, solltest du sie gegen Sonnenlicht schützen. Auf diese Weise kannst du eine Verfärbung der Narbe verhindern. Trage auf die Narbe wie auf die umliegende Haut ein Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF30 auf.

Beunruhigt dich die Narbe?

Wenn die Narbe sehr empfindlich wird, sich Flüssigkeit ansammelt oder sich Farbe oder Form ändern, solltest du deinen Hausarzt aufsuchen. Dieser wird dich unter Umständen an einen Dermatologen oder Hauttherapeuten überweisen. Wenn es kosmetisch sehr störend ist, können Laserbehandlungen oder medizinische Peelings eingesetzt werden. Schwerere Fälle erfordern eine Operation.

Tipps bei Narben

  • Massiere die Narbe regelmäßig ein, um sie geschmeidig zu halten.
  • Schütze deine Narbe vor der Sonne (wie den Rest deiner Haut) mit einem Sonnenschutzmittel (mindestens Faktor 30).
  • Lasse dich nicht durch teure Narbencremes in Versuchung führen. Es gibt keine Wundermittel gegen Narben.
  • Akzeptiere, dass du eine Narbe hast. Sie kann glatter, flacher und heller werden, aber sie wird nie ganz verschwinden.
  • Warte auf jeden Fall ein Jahr, um zu sehen, wie sich die Narbe entwickelt. Wenn du sie dann noch als kosmetisch störend empfindest, besprich die verschiedenen Möglichkeiten mit deinem Hausarzt.

„Bei der Narbenbildung gilt: Je länger der Wundheilungsprozess dauert, desto sichtbarer ist die Narbe. Also lass die Haut in Ruhe heilen und kratze nicht am Schorf.“

Marjolein Leenarts, Dermatologin

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Häufige Fragen zu Narben

Wirken Cremes gegen Narben?

Keine einzige Narbencreme ist nachweislich besser als eine andere. Vitamin-E-Creme auch nicht… Es ist also Geldverschwendung, teure Narbencremes zu kaufen. Eincremen an sich ist gut und wichtig, aber das kann man auch mit einer Körpercreme machen, die man sowieso im Haus hat.

Wie kann man Narben verschwinden lassen?

Niemand kann Narben verschwinden lassen. Einige Behandlungen können sie weniger sichtbar oder weniger empfindlich machen.

Welches Öl sollte ich für die Narbenmassage verwenden?

Du kannst ein einfaches Hautöl verwenden, ein spezielles Massageöl brauchst du dafür nicht.

Meine Narbe wird immer dicker und empfindlicher, was soll ich tun?

Es kann sein, dass eine Narbe aufgrund der Zugkräfte der Haut, z. B. an einem Gelenk, hypertroph wird. Wenn dies der Fall ist, rate ich dir, deinen Hausarzt aufzusuchen, der dir gern weiterhelfen wird.

Wie lange dauert es, bis sich die Narbe stabilisiert?

In der Regel ist dies nach 12 bis 18 Monaten der Fall, es kann aber auch zwei Jahre dauern.

Wie kann man Narbenbildung verhindern?

Bei der Narbenbildung gilt: Je länger der Wundheilungsprozess dauert, desto sichtbarer ist die Narbe. Also, wenn du eine Verletzung hast, gib der Haut die Chance, so gut wie möglich zu verheilen: Sorge für eine gute Wundheilung und kratze nicht am Schorf.

Wie lange bleibt eine Narbe rot?

Dies kann variieren. Eine Narbe wird in den ersten sechs Monaten oft röter, dicker und wuchert (d. h. sie wird nicht wirklich schöner), danach erst stellt sich die Besserung ein. Es kann sicher ein bis eineinhalb Jahre dauern, bis eine Narbe ‚ausgereift’ ist und das endgültige Stadium erreicht.

Was ist mit meiner Narbe nach einem Kaiserschnitt?

Dies ist eine chirurgische Narbe: Die Haut wurde geöffnet und wieder vernäht. Eine Narbe nach einem Kaiserschnitt ist daher oft rot oder violett und kann jucken. Tägliches Massieren der Narbe mit einem Hautöl oder einer Creme ist das Einzige, was du dagegen tun kannst. Nach einem bis eineinhalb Jahren erhält eine Kaiserschnittnarbe ihr endgültiges Aussehen.

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