In einem Radiointerview wurde ich einmal gefragt, warum man gelegentlich Gänsehaut bekommt, wenn man ein bestimmtes, schönes Musikstück hört. Eine interessante Frage, denn jeder hat manchmal eine Gänsehaut, wenn er starke Emotionen empfindet oder friert.
Was ist Gänsehaut?
Gänsehaut, auch Horripilation genannt, ist das Phänomen, bei dem sich die Haare auf der Haut aufrichten und kleine Beulen bilden. Bei Gänsehaut sieht die Haut wie die einer gerupften Ganz oder eines Huhns aus. Deshalb sagt man Gänsehaut, auf Englisch heißt dies goose bumps.

Was genau passiert in der Haut, wenn man eine Gänsehaut bekommt?
Jedes Haar auf deinem Körper hat einen eigenen kleinen Muskel in der Haut, den musculus arrector pili. Wenn sich dieser Muskel anspannt, stellt sich das Haar auf. Durch das Zusammenziehen der Muskeln entstehen kleine Dellen in der Haut, so dass sich die Haut um das Haar herum als Beule zeigt. Die Kontraktion der Muskeln wird durch das autonome Nervensystem verursacht. Dieser Teil des Nervensystems steuert unbewusst die Funktion von Organen, wie zum Beispiel die Regulierung der Atmung. Du selbst hast also keinen Einfluss darauf, ob du eine Gänsehaut bekommst oder nicht.
Warum bekommen wir sie?
Gänsehaut kommt nur bei Säugetieren mit Fell und somit auch beim Menschen vor. Sie dient zwei Zwecken: Erstens hält sie im Kalten die hauteigene Wärme zurück. Wenn nämlich alle Haare zu Berge stehen, kann die Wärme besser gehalten werden. Zweitens stellt sich bei starken Emotionen, z. B. bei Angst, das Fell auf, wodurch das Tier größer erscheint und den Feind möglicherweise abschreckt.
Beim Menschen ist die Gänsehaut ein evolutionäres Relikt unserer haarigen Vorfahren. Abgesehen davon, dass der Körper damit kundtut, dass es ihm kalt ist, oder dass man ein Lied besonders mag, hat die Gänsehaut beim Menschen eigentlich keine Funktion mehr.
Leidest du unter chronischer ‚Gänsehaut’? Lies mehr dazu auf meiner Ratgeberseite zu Keratosis Pilaris.